Studien zur Shareconomy (und mehr)
Das Teilen scheint wieder an Popularität zu gewinnen, wie Maria an dieser Stelle bereits illustriert hat: „Das Stichwort lautet hierbei „Collaborative Consumption“ (dt. gemeinschaftlicher Konsum) und bezeichnet die kollektive Nutzung von Gebrauchs- und Alltagsgegenständen wie Autos, Kleidung und Werkzeug, die unter dem Motto ‚Nutzen statt Besitzen‘ über entsprechende Plattformen im Internet getauscht, geteilt, verliehen oder auch verschenkt werden können.“ Immer häufiger ist – „daher“ – von einer „Shareconomy“ die Rede (dt. Ökonomie des Teilens), wenn es um die kommerziellen Formen des Teilens geht.Aber warum teilen Menschen überhaupt? Darauf gibt eine Umfrage des Gottlieb Duttweiler Institut (GdI) Antworten (Titel: „Sharity – die Zukunft des Teilens“. Sie wurde unter 1.121 Personen in Deutschland und der Schweiz erhoben, ihre Ergebnisse in der Digitaltrends 2/2013 (Detlef Gürtler: Teilen ist uralt und gleichzeitig hochaktuell. S. 9f) publiziert): Es ist etwas besonderes, das man bewusst tut; als Ausdruck eines Lebensstils und dabei vielfach auch noch Spaß macht. Hedonistische Motive spielen also eine Rolle, aber man grenzt sich auch sozial ab. Und ganz wichtig: Die (digitale) Technik macht’s in immer mehr Fällen möglich und/oder vielfach unkomplizierter. Verschwiegen werden sollte aber auch nicht: Die materielle Knappheit wächst und damit die Bereitschaft zum Teilen. Ideelle, technische und ökonomische Motive kommen also zusammen.
Laut einer Umfrage des Bitkom (vom März 2013) teilen 83 Prozent aller Internetnutzer in Deutschland online digitale Inhalte, die sie selbst erstellt oder im Web gefunden haben. 17 Prozent geben an, dass sie hin und wieder auch Dinge wie Autos, Werkzeuge oder ihre Wohnung mit Hilfe des Internets teilen, also materielle Güter. Das entspricht rund neun Millionen Menschen (siehe Grafik). Angestoßen hat den Trend vor allem der Erfolg des Social Web, so der Bitkom. „In sozialen Netzwerken ist es spielend leicht, digitale Inhalte zu verbreiten“, sagte BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf vor Beginn der CeBIT in Hannover Anfang März 2013. Hinzu kämen Blogs, Foren, die Kommentarfunktionen in Online-Medien oder Bewertungen in Web-Shops. Die steigende Verbreitung von Smartphones und die mobile Internetnutzung verstärken den Trend. Laut der Umfrage des Bitkom (ebenda) teilen 44 Prozent der Internetnutzer persönliche Erfahrungen mit Produkten oder Dienstleistungen. Ebenfalls 44 Prozent teilen selbst gemachte Fotos, 29 Prozent eigene Texte und 15 Prozent selbst gedrehte Videos. Die Hälfte der Befragten nennt als wichtigsten Grund für das Teilen von Inhalten, Kontakt zu anderen Menschen halten zu wollen. 31 Prozent möchten neue Bekanntschaften schließen. Ein Viertel will auf Probleme oder andere Sachverhalte aufmerksam machen. 15 Prozent wollen durch das Internet bekannter werden, was vor allem im beruflichen Kontext eine Rolle spielt. Siehe ebenda.
Dabei sollte klar sein, das diese Dinge einfacher zu teilen sind, als andere: Zwar können privat erstellte digitale Inhalte oder Güter – das gelungene Urlaubsfoto o. ä. – durchaus geteilt werden, kommerziell produzierte und dann erworbene digitale Güter – Audiofiles oder etwa digitale Spiele – dürfen in der Regel nur unter bestimmten Auflagen oder gar nicht geteilt werden; sie sind an den persönlichen Account gebunden und vielfach gegen das Teilen und Tauschen regelrecht gesichert. Vergleiche hierzu ausführlicher IM BLICKPUNKT: digitale Güter.
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