Drei Fragen zum Thema Nachhaltigkeit

Kurzinterview mit Frau Claudia Elsner-Overberg (Direktion Stadtbibliothek und Medienzentrum)

1) Was verstehen Sie unter dem Begriff der Nachhaltigkeit?
Nachhaltigkeit heißt für mich, etwas dauerhaft und für die Zukunft zu erhalten, es wieder zu finden oder zu erarbeiten. Das können Erinnerungen sein, Erlebnisse oder auch Dinge und Erscheinungsformen in der direkten Umwelt, die ich für die Zukunft nicht verlieren will. Kindern von heute ist schon so viel verloren gegangen: auf Bäume klettern, in die Matsche fallen, durch raschelnde Blätterhaufen schlurfen oder beim Kaulquappen-Fangen die von Mama geliehene Salatschleuder verlieren... Solche Abenteuer meiner Kindheit sind für Kinder von heute nicht mehr ohne Aufwand in der elterlichen Organisation erlebbar - sie müssen inszeniert werden.

2) Wie fördert Ihre Institution/Ihr Projekt Nachhaltigkeit?
Eine Bibliothek ist eigentlich von sich aus eine nachhaltige Einrichtung. Wir beschaffen Medien jeder Art, suchen bewusst aus, halten sie zur Benutzung vor und bewahren sie auf. Nicht nur zu dem Zeitpunkt, an dem die Medien nicht mehr zu kaufen sind, kommen dann die Menschen in die
Bibliotheken, um sich hier das gesammelte Wissen der Welt gedanklich zu erobern.

3) Haben Sie einen praktischer Tipp für ihre Zielgruppe, wie man selber nachhaltig handeln kann?
Ja, geht mit den Kindern in die Natur, verbindet Geschichten mit sinnlichen Erfahrungen und bringt den Menschen bei, rücksichtsvoll und vorsichtig mit der Welt umzugehen. Menschen, Tiere, Pflanzen, Bücher, Gegenstände: Alles ist gemeint. Die Geschichten sind dabei wichtig, denn
sie setzten Kraft und Motivation frei. Jedes Kind kennt den "Maulwurf Grabowski", jedes Kind solidarisiert sich mit ihm, bewertet die Geschichte und wird vielleicht den großen Zusammenhang "Natur und Umwelt" darüber verstehen lernen.