Aktion "Pfairrgemeinde"

Diözesanrat der Katholiken im Erzbistum Köln

Auf den Namen ist Manfred Holz bei einer nicht enden wollenden Zugfahrt in Vietnam gekommen: „Pfairrgemeinde" heißt eine neue Aktion, die den fairen Handel der Pfarrgemeinden in den Mittelpunkt im Erzbistum Köln rückt. „In Deutschland macht der faire Handel einen Jahresumsatz von 1,73 Euro pro Bürger, in der Schweiz ist es das Zehnfache. Da ist doch noch etwas drin", sagt Holz, jahrelang ehrenamtlicher Mitarbeiter des Diözesanrats der Katholiken im genannten Bistum und Vorstandsmitglied der deutschen Siegel-Organisation „FairTrade".

  Ein Siegel sollen auch die Pfarrgemeinden bekommen, wenn sie bei ihren Veranstaltungen Kaffee, Tee, Orangensaft oder Reis, Honig, Bananen oder Süßigkeiten aus dem Fairhandel anbieten. Spezielle Verkaufsaktionen, Beiträge in Pfarrbrief oder Internet und die Schaukasten-Gestaltung fließen bei der Aktion „Pfairrgemeinde" ebenso in die Bewertung ein wie der Kauf „fairer" Geschenke wie Wein, Blumen oder Taschen bei Jubiläen oder Geburtstagen. Auch der Einsatz fair gehandelter Bälle bei kirchlichen Sportveranstaltungen ist gefragt.

Generalvikar Dr. Dominik Schwaderlapp und Thomas Nickel, der Vorsitzende des Diözesanrats, haben die Pfarrgemeinderats- und Dekanatsratsvorsitzenden ebenso angeschrieben wie die Vertreter der Diözesanverbände und die Vorsitzenden der weltlichen Gruppierungen in Erzbistum Köln. Sie appellieren in ihrem Brief an den Einsatzwillen der Katholiken. „Christen engagieren sich seit vielen Jahren für den Erhalt der Schöpfung. Auch wir im Erzbistum Köln leisten unseren Beitrag", heißt es. Die Aktion solle dieses Bewusstsein unterstreichen. „Pfairrgemeinde" wird, wer eine beigefügte Checkliste überwiegend positiv beantworten kann. Die Gemeinden verpflichten sich damit, ihren Konsum so weit wie möglich auf fair gehandelte Produkte umzustellen. Dies soll die Arbeits- und Lebenssituation von Kleinproduzenten und Arbeitern in den Ländern des Südens nachhaltig verbessern helfen. Gemeinden, die mindestens drei bis vier Häkchen auf der Checkliste gemacht haben, bekommen Urkunde und Signet, mit denen sie sich als „Pfairrgemeinde" ausweisen können.

„Wir haben bestimmt schon 30 oder 40 Pfarreien, die gut im Rennen liegen beim Gebrauch ,fairer' Produkte", sagt Norbert Michels, der Geschäftsführer des Diözesanrats. Außerdem verweist er auf die Vielzahl von Partnerschaften mit Gemeinden, Krankenhäusern oder Projekten in der Dritten Welt. Es gibt aber auch immer wieder Gemeinden, die einmal bei einem Pfarrfest „fairen" Kaffee ausschenken, dann aber wieder in alte Gewohnheiten zurückfallen und erneut herkömmliche Angebote machen. Dem will „Pfairrgemeinde" entgegenwirken. Wie es gehen kann, zeigt Manfred Holz in „seiner" Pfarrgemeinde Christ König in Neuss. Dort haben die Eine-Welt-Freunde die Checkliste bereits ausgefüllt - und fünf Häkchen gemacht. Mehr geht nicht.

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Herr Michels
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